IQ – Colos-Saal, Aschaffenburg, D – 30. 1. 2010

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Trotz Schneechaos, lahmgelegten Bahnstrecken und vereisten Autobahnen war es im Colos-Saal ziemlich voll, als IQ sich am 30. Januar mal wieder in Aschaffenburg die Ehre gaben. Für die beschwerliche Anreise wurde das Publikum dann mit einer sehr originellen Setlist und einer bestens aufgelegten Band reichlich belohnt.

Für Gill aus England hat sich die Reise sogar doppelt ausgezahlt: sie wurde auf die Bühne gebeten und bekam von Sänger Peter Nicholls ein spezielles T-Shirt überreicht, um ihr 150. IQ-Konzert gebührend zu würdigen. Respekt sowohl an Gill als auch an die Band!

Verglichen mit den letzten Konzerten der Frequency-Tour (zuletzt Wath am 16. Januar) wurde die Setlist gründlich umgekrempelt. IQ eröffneten den Abend mit The Darkest Hour – eindeutig ein wesentlich wirkungsvollerer Opener als Frequency.

So geriet der Colos-Saal direkt von der ersten Minute an ins Feiern. Und auf Partystimmung lag eindeutig IQ’s Schwerpunkt an diesem Abend: Neu ins Set gesellten sich nämlich in erster Linie die schnelleren und deutlicher geradeaus rockenden Stücke aus IQs reichhaltigem Repertoire.

In diese Kerbe schlugen neben dem riffigen Out Of Nowhere vor allem ein über 20-minütiges Medley aus älteren 4/4-Krachern. Medleys – für viele ein rotes Tuch, laufen sie doch bei falscher Anwendung schnell Gefahr, durch unsachgemäßes Aneinanderkleben von Highlights jegliches Aufkommen von Atmosphäre zielsicher im Keim zu ersticken.

Doch genau hier konnten IQ punkten, indem sie zu einem wilden aber musikalisch absolut schlüssigen Ritt durch die stetig nach vorn treibenden Klassiker Subterranea, Unsolid Ground, Sold On You und Awake And Nervous einluden. Um IQs legendärer Vorliebe für obskure Coverversionen Rechnung zu tragen, wurde noch kurzerhand Status Quo’s Caroline zwischen die zwei Hälften von Awake And Nervous geklebt.

Stücke vom neuen Album gab es aber natürlich auch genug, insgesamt fünf. Während Frequency wie gewohnt zündete, wurden bei Life Support die Wunderkerzen durch die Luft geschwenkt. Der weniger romantisch gestimmte Teil des Publikums nutze diesen ersten Ruhepol des Abends zu einem Abstecher an die Bar.

Bei Stronger Than Friction glänzte vor allem John Jowitt mit lässig groovenden Basslinien von Weltformat. Weitere Überraschungen im Gepäck: Das schon länger nicht mehr gespielte Nothing At All (verziert mit ein paar zeilen aus War Heroes) und The Seventh House, das das sonst gern gespielte Guiding Light vom selben Album ersetzte.

IQ wären aber auch nicht IQ ohne ein paar richtig ausufernde Stücke zu spielen: Das 20-Minuten-Epos The Narrow Margin erfreute alle Fans von Subterranea, Ryker Skies und Stronger Than Friction vom aktuellen Album spannten jeweils weite dramaturgische Bögen und boten Gitarrist Mike Holmes reichlich Gelegenheit, zu seinen unverwechselbaren, eindringlichen Gitarrensoli auszuholen.

Nach so viel Begeisterung wollte der Colos-Saal die Band selbst nach über 2 Stunden partout nicht gehen lassen und forderte lautstark nach mehr. Peter Nicholls Anküdigung, jetzt das Doppelalbum Subterranea noch mal komplett am Stück zu spielen, erwies sich leider nur als grausamer Scherz.

Trotzdem ließen IQ es sich nicht nehmen, noch einmal auf die Bühne zu kommen und Aschaffenburg einen Nachschlag zu servieren. So bekam die partywütige Meute noch den freakigen Prog-Funk-Stomper Stomach of Animal und zum Abkühlen die Middle Section von The Last Human Gateway auf die Ohren. Wie schnell zweieinhalb Stunden doch vorbei sein können!

FAZIT: Schön das IQ sich entschlossen haben, die Routine der letzten Setlists gehörig aufzubrechen und mal wieder ein paar unerwartete Stücke zu spielen. Anscheinend ist das (im Zuge der Entstehung von Frequency) veränderte Band-Lineup mittlerweile gut genug eingespielt, dass IQ mal wieder ein paar Abenteuer wagen können.

RANDNOTIZ: Wem es bis hierhin noch nicht aufgefallen ist: Es wurde ungewöhnlicherweise kein einziger Titel vom Klassiker The Wake gespielt, und das im Jahr seines 25-jährigen Jubiläums!

Die Gerüchteküche brodelt bereits gewaltig, es wird von einem Re-Release und speziellen The Wake-Shows gemunkelt.

Es lohnt sich bestimmt, die Homepage von IQ und das dazugehörige Forum im Auge zu behalten. Und ab und zu auf nolivelost.com vorbeizuschauen ist bestimmt auch kein Nachteil.

Review: Christian Lesske & Björn Kahlenberg – Fotos: Christian Lesske


S E T L I S T :

01. The Darkest Hour
02. Frequency
03. Out Of Nowhere
04. Life Support
05. Stronger Than Friction
06. The Narrow Margin
07. War Heroes (Intro) / Nothing At All
08. Ryker Skies
09. Sacred Sound
10. Closer
11. The Seventh House
12. Medley

    a) Subterranea
    b) Unsolid Ground
    c) Sold On You
    d) Awake And Nervous (Part 1)
    e) Caroline (Status Quo-Cover)
    f) Awake And Nervous (Part 2)

13. Stomach Of Animal
14. The Last Human Gateway (Middle Section)

Posted by Bjoern   @   30 Januar 2010

 

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